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Ohne Minen keine KI

Geologe und Rohstoffinvestor Fabian Erismann erklärt, warum sich der Wettbewerb zwischen den USA und China auch im Stromnetz entscheidet.
Wenn Sie über Rohstoffe sprechen, rücken Sie immer wieder die Energie ins Zentrum. Warum?
Rohstoffe sind greifbar. Man sieht die Mine, kennt das Förderland und diskutiert über Abhängigkeiten. Energie dagegen wirkt unsichtbar – dabei trägt sie alles andere. Ohne Strom entsteht keine Batterie, Raffinerien und Rechenzentrum stehen still. Wer über industrielle Stärke spricht, muss darum zuerst fragen: Woher kommt die Energie – und reicht sie aus? Ohne dieses Fundament steht jede Rohstoffstrategie auf unsicherem Grund.
Was heisst das für den Wettbewerb zwischen den USA und China?
China hat früh begonnen, Industrie und Energie zusammenzudenken. Das Land hat Stromnetze ausgebaut, Kraftwerkskapazitäten erhöht und gleichzeitig Batteriefabriken aufgebaut. In den USA entstehen derzeit neue Rechenzentren und Technologiestandorte, doch große Teile des Stromnetzes sind veraltet. Wenn der Strom nicht Schritt hält, liegt der Engpass nicht im Bergwerk, sondern im Netz. Wer Energie verlässlich und zu wettbewerbsfähigen Kosten bereitstellt und verteilt, verschafft seiner Industrie einen Vorsprung.

Fabian Erismann
Fabian Erismann ist Geologe und Partner bei Earth Resource Investments, einer Fondsboutique mit Fokus auf globale Rohstoffmärkte.
Wenn Sie auf die nächsten zehn Jahre blicken: Entscheidet eher der Zugang zu Rohstoffen oder die Energie?
Ohne Rohstoffe geht es nicht – aber ohne Energie geht gar nichts. Kein Land wird alle Rohstoffe im eigenen Boden finden; Abhängigkeiten gehören also dazu, sie verschieben sich lediglich. Entscheidend ist deshalb, wer mehr aus dem Material macht. Wer Rohstoffe nur exportiert, gibt Einfluss ab. Wer sie im eigenen Land weiterverarbeitet, baut Fabriken, entwickelt Wissen und schafft Arbeitsplätze. Und dafür braucht es verlässliche Energie.
«Gewinnen wird, wer günstige und
verlässliche Energie bereitstellen kann.»

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