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Wem gehört das All?

Raketenstarts, Mondlandungen und Satellitenflotten: Die USA und China wetteifern um den Weltraum. Nicht nur, um ihn zu erforschen – sondern um sich eine langfristige Präsenz im All zu sichern. Was bedeutet das für unser Leben auf der Erde?

Bits und Bytes rasen aus dem Orbit auf die Erde, verbinden uns selbst auf abgelegenen Ferieninseln mit dem Internet und sagen uns, ob wir den Regenschirm einpacken sollen. Doch Satelliten steuern nicht nur unseren Alltag – sie sind auch die unsichtbaren Schaltstellen der Macht: für die Börse, die Klimapolitik und das Militär. Der Weltraum bietet zudem bisher ungenutztes Potenzial: Datenzentren auf dem Mond und Bergbau auf dem Mars sind nicht mehr Science-Fiction, sondern werden als Teil einer neuen, boomenden «Space Economy» gehandelt. Die Frage drängt sich auf: Wem gehört das All – und wer schreibt die Regeln für seine Zukunft?

«Bei einem Kräftemessen im Weltraum verlieren alle.» 

Max Mutschler, Senior Researcher, Bonn International Centre for Conflict Studies

Das All gehört allen

Gemäß dem UNO-Weltraumvertrag von 1967 sind das Erforschen und das Nutzen des Weltraums Sache der gesamten Menschheit und sollen friedlich geschehen. In den Artemis Accords (2020) bestärken die USA diese Absicht zusammen mit den mittlerweile unterzeichnenden 61 Nationen – China ist aus politischen Gründen nicht darunter.

«Dass wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren großflächig im All Rohstoffe abbauen oder Datenzentren auf dem Mond nutzen, halte ich für eher unrealistisch», sagt Max Mutschler, Senior Researcher am Bonn International Centre for Conflict Studies. «Dringlicher ist die Frage, wie wir uns vor Eskalationen im All schützen.»

Beim neuen Wettlauf ins All geht es nicht um symbolische Flaggen, es geht um Kontrolle und Einfluss. Vom Raketenstart auf der Erde über Satellitenflotten im Orbit bis zur Basis auf dem Mond: Das Kräftemessen im All spielt sich in drei Dimensionen ab. China oder USA: Wer lässt jeweils die größeren Muskeln spielen?

Die «Space Economy» nachhaltig nutzen

Wer auch immer gewinnt: «Bei einem Kräftemessen im Weltraum verlieren alle», so Max Mutschler. Die beidseitige Konkurrenz erzeugt Reibungsverluste, im schlimmsten Fall bis zur militärischen Eskalation. Wenn das All doch eigentlich allen gehört, bietet die zukünftige «Space Economy» einzigartiges Kooperationspotenzial. Die Grundfrage lautet: Wie können wir dieses nachhaltiger nutzen?

Fazit: USA führt, China holt rasch auf

Der Machtpoker bleibt spannend. Die USA setzen auf ein Ökosystem aus Staat und privaten Unternehmern, China eher auf staatliche Kontrolle und strategische Präsenz. Die Strategie der USA beschleunigt Innovation, senkt Kosten und öffnet Märkte. China hingegen sichert sich Souveränität und denkt langfristig. Welche Strategie die stärkere ist, wird sich zeigen.

Globalance View

Satelliten werden zur kritischen Infrastruktur: Sie ermöglichen Navigation, Kommunikation und Erdbeobachtung.

Die Space Economy wächst: Die Nachfrage nach Konnektivität, Daten und präziser Positionierung steigt.

Globalance investiert entlang der Wertschöpfungskette: Unternehmen wie Trimble und Iridium Communications stehen exemplarisch für diesen Ansatz.

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